Obwohl ich immer noch viele „herkömmliche“ Bücher kaufe und lese, bin ich doch ein großer E-Book-Fan. Mein Kindle Paperwhite ist unterwegs immer dabei und sorgt dafür, dass ich immer Lesestoff zur Hand habe. Auch auf dem iPad lese ich ab und zu, vor allem Bücher mit vielen Bildern und Grafiken werden auf dem iPad-Screen besser dargestellt. Meine E-Book-Sammlung ist mittlerweile ganz schön gewachsen und mit Calibre habe ich die perfekte Software gefunden, um die digitalen Bücher zu organisieren.

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Calibre ist ein kostenloses Open-Source-Programm. Kovid Goyal entwickelte es im Jahr 2006, um damit seinen Sony E-Reader zu verwalten. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Funktionen hinzu und mittlerweile ist es ein echtes Multifunktions-Tool für E-Books.

Download und Installation von Calibre

Calibre gibt es für Windows, Linux und Mac. Die Mac-Version kannst du hier herunterladen. Die Installation ist schnell erledigt, nach dem Öffnen und Entpacken der DMG-Datei ziehst du das Icon im aufploppenden Fenster in den Application-Ordner.

Calibre veröffentlicht regelmäßige Updates, in denen die Programmierer Bugs fixen und ständig neue Funktionen einbauen. Das Update ist leider nicht direkt im Programm möglich, du musst dazu immer wieder die neueste Programmversion von der Homepage herunterladen. Freundlicherweise weist dich Calibre auf verfügbare Updates hin und per Klick auf die Meldung kommst du automatisch auf die Downloadseite.

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Nach dem Öffnen der neuen DMG-Datei musst du das alte Programm überschreiben (Bestätigen per „Ersetzen“) und die neue Version ist einsatzbereit.

Standardmäßig ist Calibre übrigens auf Englisch. Dank der Arbeit von freiwilligen Übersetzern gibt es Calibre auch auf Deutsch. Über Preferences > Look and Feel > Choose Language kannst du auf Deutsch wechseln. Beim nächsten Programmstart ist die Benutzeroberfläche dann deutsch.

So legst du deine Bibliothek an

Bevor du Bücher zu Calibre hinzufügst, bestimmst du am besten deinen Bibliothek-Ordner. Über Calibre Bibliothek > Bibliothek wechseln/neu erstellen bestimmst du den Ordner, an dem die E-Books gespeichert werden.

Mein Calibre-Ordner ist in der Dropbox, so laden sich alle neuen E-Books automatisch in die Cloud hoch und ich kann sie unterwegs abrufen und auf meinem iPad schnell öffnen.

Um ein neues Buch hinzuzufügen, klickst du links oben auf den Button „Bücher hinzufügen“. Über den Pfeil neben dem Button gibt es noch weitere Optionen, wie zum Beispiel alle Bücher aus einem ZIP-Ordner hinzufügen. Alternativ ziehst du die Datei(en) einfach per Drag-and-Drop in das Calibre-Fenster.

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Leider sind die Shortcuts bei Calibre ein bisschen komisch. Für das Hinzufügen musst du die Taste A drücken, ganz ohne Modifier Keys wie cmd oder alt. Wenn das Suchfeld gerade aktiv ist, wird dort ein „A“ eingetippt und das Hinzufügen von Büchern funktioniert nicht.

Vielleicht bessern die Entwickler in Zukunft nach und bauen sinnvolle Shortcuts ein.

Eine Kopie des hinzugefügten E-Books wird nach dem Hinzufügen in deinem Bibliotheks-Ordner abgelegt und du kannst das Original löschen.

Damit du gekaufte Bücher in Calibre hinzufügen kannst, musst du sie erst einmal herunterladen. Für Kindle-E-Books benötigst du dazu die kostenlose Kindle-App. Dort loggst du dich mit deinem Amazon-Account ein und das Programm listet all deine Käufe auf. Klick rechts auf einen Titel und wähle „Herunterladen“ aus, um das E-Book auf deiner Festplatte zu speichern.

Unter Einstellungen > Allgemein siehst du den Ordner, in dem sich deine heruntergeladenen Kindle E-Books befinden.

Die Funktionen von Calibre

Calibre bietet alle Funktionen, die du im Zusammenhang mit E-Books benötigst. Du kannst beispielsweise Bücher bearbeiten, konvertieren oder an deinen E-Reader senden. Die Oberfläche von Calibre ist relativ übersichtlich und die Bedienung ist sehr intuitiv.

Rechts unten kannst du die Ansicht anpassen und deine Titel beispielsweise als Liste oder Coverflow anzeigen lassen.

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Für die wichtigsten Programmfunktionen gibt es oben große Buttons.

Metadaten bearbeiten

Markiere einen Titel und klicke auf „Metadaten bearbeiten“. Du bekommst eine übersichtliche Darstellung der Metadaten und kannst diese schnell und einfach anpassen.

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Gekaufte E-Books besitzen normalerweise automatisch die richtigen Metadaten. Falls sie aus irgendeinem Grund fehlerhaft oder unvollständig sind, klickst du am besten auf „Metadaten herunterladen“. Über den Titel werden nun Einträge von Amazon oder Google gesucht, mit denen du die Metadaten ausfüllen kannst.

Bei einer großen Sammlung kann auch die Verwendung von Schlagwörtern wie „Krimi“ oder „Thriller“ sinnvoll sein.

Bücher konvertieren

Die meisten E-Book-Reader sind relativ wählerisch, was das Format der elektronischen Bücher angeht. Für Kindle-Geräte benötigst du .mobi oder .azw3-Dateien. Die meisten anderen Leser wie Tolino, Kobo oder Sony können dagegen nur das .epub-Format öffnen.

Mit Calibre kannst du E-Books unkompliziert von einem ins andere Format umwandeln.

Achtung: Das geht nur bei nicht kopiergeschützten Dateien! Bücher aus Shops wie Thalia oder Weltbild haben in der Regel einen DRM-Schutz, der die Konvertierung verhindert. Auch E-Books aus dem Kindle-Shop sind manchmal kopiergeschützt.

Markier das gewünschte Buch (du kannst auch mehrere markieren) und klick auf den Button „Konvertieren“. Anschließend öffnet sich ein Fenster, in dem du das rechts oben das Zielformat einstellen kannst. Unter „Seiteneinrichtung“ wählst du am besten deinen Reader aus, zum Beispiel Kindle Paperwhite 3 oder Tolino. Die Einstellungen für das Konvertieren passen sich anschließend automatisch an das Endgerät an. Ich bekomme aber auch ohne Anpassung an meinen Reader immer sehr gute Ergebnisse.

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Die anderen Einstellungen kannst du für das Umwandeln zwischen verschiedenen E-Book-Formaten ignorieren. Nur wenn du eine Word- oder eine PDF-Datei in ein E-Book-Format umwandeln willst, wirfst du am besten ein Blick auf die genaueren Optionen.

Klick auf „OK“ und die Konvertierung beginnt. Anschließend liegt das E-Book zusätzlich im neuen Format vor.

Bücher an E-Reader senden

Calibre kann deine E-Books auch an deinen Reader senden. Dazu schließt du das Gerät einfach per USB-Kabel an deinem Mac an und nach einigen Sekunden erscheint ein neues Symbol in Calibre.

Markier jetzt Bücher aus der Liste und zieh sie per Drag-and-Drop auf das E-Reader-Symbol. Falls dein Lesegerät ein anderes Format benötigt, fragt dich Calibre, ob du die Dateien vorher noch in das richtige Format konvertieren willst.

Per E-Mail an Kindle senden

Wenn du ein Kindle besitzt, hat dein Gerät eine eigene Kindle-Mail-Adresse. Diese Adresse findest du heraus, wenn du dich bei Amazon einloggst und unter „Mein Konto“ auf „Meine Inhalte und Geräte“ klickst.

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Wenn du ein E-Book an diese Mail-Adresse sendest, lädt dein Kindle das E-Book automatisch herunter, wenn es mit einem WLAN-Netz verbunden ist.

Ich verwende die Funktion sehr gerne, so kann ich mein Kindle mit Lesefutter bestücken, ohne dass ich es per Kabel anschließen muss.

Markier einfach das gewünschte Buch (oder auch mehrere) und wähle nach einem Rechtsklick die Funktion „Verbinden/Teilen“ aus. Alternativ klickst du auf den Verbinden/Teilen-Button in der oberen Leiste.

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Über „E-Mail an…“ gibst du einfach deine Kindle-Mailadresse von Amazon als Empfänger ein und schon verschickt Calibre die Bücher an deinen Reader. Auch hier bekommst du vorher noch die Option, das E-Book vor dem Versenden ins richtige Format zu konvertieren.

E-Book öffnen

In Calibre ist auch ein E-Book-Betrachter integriert. Mit einem Klick auf „Bücher öffnen“ startet sich der E-Book-Viewer und du kannst das Buch lesen. Wenn du ein Buch in mehreren Formaten vorliegen hast, kannst du es auch in einem bestimmten Format öffnen, um zum Beispiel das Konvertierungsergebnis zu überprüfen.

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Nachrichten abrufen

Ein weiteres spannendes Feature von Calibre ist das automatische Herunterladen von Nachrichten. Zum Abruf stehen zahlreiche Magazine und Zeitungen bereit, die du herunterladen und anschließend auf deinen E-Reader laden kannst.

Um ganze Zeitungen herunterzuladen, musst du deine Zugangsdaten zum Online-Abo speichern.

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Es gibt aber in der Liste auch viele frei zugängliche News von Nachrichten-Webseiten. Zum Download erstellst du entweder einen Zeitplan, damit Calibre die News automatisch herunterlädt, oder du klickst auf „Jetzt herunterladen“ und holst dir die gerade aktuellen News.

Die Inhalte werden dann neben als E-Book-Datei in deiner Bibliothek gespeichert und du kannst sie entweder an deinem Mac lesen oder an deinen E-Reader senden.

Wenn du auf den kleinen Pfeil neben „Nachrichten abrufen“ klickst, erscheint die Funktion „Benutzerdefinierte Nachrichtenquelle hinzufügen“. Hier kannst du eigene Feeds eintragen, zum Beispiel von einem Blog oder einem Nachrichtenmagazin, das nicht in der Liste von Calibre steht.

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Zu einem sogenannten Schema trägst du dann beliebig viele Feed-Adresse ein, die dann zusammengefasst werden. Wie bei den Zeitschriften stehen die Feeds dann als E-Book in Calibre zur Verfügung.

Ich hab die Funktion erst nach einiger Zeit entdeckt, aber schätze sie mittlerweile sehr. Meine Lieblings-Blogs lasse ich mir jetzt immer täglich herunterladen und sende sie dann an mein Kindle, um sie unterwegs auch ohne Internet lesen zu können.

Bücher beziehen

Calibre besitzt außerdem eine E-Book-Suchmaschine, mit der du deinen Wunschtitel finden und erwerben kannst. Wenn du auf „Bücher beziehen“ klickst und deinen Suchbegriff eintippst, durchsucht Calibre automatisch alle großen E-Book-Händler. Per Klick auf das Ergebnis wechselst du zum Online-Shop des Händlers.

Bei manchen Händlern bekommt Calibre eine kleine Provision für jeden Verkauf, das erkennst du an dem Herz neben dem Shopnamen in der Liste.

Buch bearbeiten

Erfahrene Anwender können E-Books in Calibre auch bearbeiten. Das bietet sich vor allem für selbst erstellte E-Books an, von gekauften Büchern würde ich die Finger lassen, außer du weißt ganz genau was du tust.

Für das Bearbeiten von E-Books gibt es eine gute Anleitung, die du hier findest.

Auch für alle anderen Funktionen lohnt sich ein Blick ins ausführliche deutsche Handbuch von Calibre.

Fazit: Mein absolutes Lieblings-Ebook-Programm!

Calibre ist seit vielen Jahren für mich ein unverzichtbares Tool für das Verwalten und Bearbeiten von E-Books geworden. Der Alleskönner macht alle anderen E-Book-Software überflüssig und wird von Version zu Version immer besser! Noch dazu ist Calibre kostenlos, die Entwickler freuen sich aber immer über Spenden.

Verwendest du Calibre? Oder bevorzugst du ein anderes Tool? Lass es mich wissen 🙂

 

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