Keine (oder kaum) Viren und ein guter integrierter Schutz vor Hackern, Datendieben oder schädlicher Software – die oft genannten Vorteile von macOS klingen sehr verlockend. Der volle Schutz ist jedoch nur gewährleistet, wenn du an deinem Mac ein paar Sicherheitseinstellungen vornimmst.

Das Sicherheitsempfinden von Mac-Nutzern reicht von gefährlich sorglos bis hin zu fast schon paranoidem Verhalten. Egal wie sicher du dich fühlst, diese fünf Einstellungen am Mac sind Pflicht!

1. Firewall aktivieren

Das Betriebssystem macOS beziehungsweise OS X besitzt eine integrierte Firewall. Sie verhindert ungewollte Netzwerkverbindungen und bietet einen guten Schutz vor Hackerangriffen. Standardmäßig ist die Firewall jedoch deaktiviert, warum auch immer. Ich bin auch erst nach einiger Zeit darauf gekommen, die Firewall zu aktivieren.

Mit ein paar Klicks schaltest du die Firewall scharf. Wechsle dazu in die Systemeinstellungen > Sicherheit und dort in den Reiter Firewall. Um Sicherheitseinstellungen vornehmen zu dürfen, musst du die Bearbeitung erst durch ein Klick auf das Schlosssymbol rechts unten aktivieren und mit deinem Kennwort bestätigen.

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Nach der Aktivierung kannst du die Firewall in den Firewall-Optionen genauer konfigurieren.

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In der Liste siehst du alle Programme, die aktuell eingehende Verbindungen empfangen dürfen. Mit Plus fügst du eine neue Anwendung zur Whitelist hinzu, mit Minus entfernst du Anwendungen wieder von der Liste.

Die ersten beiden Häkchen erlauben integrierten sowie signierten und von vertrauenswürdigen Entwicklern stammenden Programmen, eingehende Verbindungen zu empfangen. Ich würde dir empfehlen, diese beide Häkchen zu setzen, ansonsten musst du eingehende Verbindungen immer wieder einzeln erlauben.

Wenn du ein MacBook benutzt und oft in öffentlichen Netzwerken wie im Café unterwegs bist, empfehle ich dir außerdem, den Tarnmodus zu aktivieren. Du bist dann in diesen Netzen so gut wie unsichtbar und gut vor Angriffen geschützt.

2. Festplatte per FileVault verschlüsseln

Seit einiger Zeit ist es am Mac möglich, die gesamte Festplatte mit einem Klick zu verschlüsseln. Dank der sogenannte FileVault-Verschlüsselung haben Fremde keine Chance, auf deine Daten zuzugreifen. Selbst die Festplatte aus deinem Rechner zu nehmen, bringt nichts – die Inhalte bleiben verschlüsselt.

Der einzige Weg, an die Daten zu kommen, ist die Eingabe des Anmeldepassworts. Deswegen sollte dieses möglichst sicher sein. Wie ich mir sichere Passwörter generiere und „merke“, kannst du hier nachlesen.

Durch Brute-Force, also dem Ausprobieren aller Möglichkeiten, lassen sich kurze und einfache Passwörter leicht knacken. Dein Anmeldepasswort darfst du auf keinen Fall vergessen, sonst bist du selbst von deinem Computer ausgesperrt. Seit OS X Yosemite ist es möglich, das Anmeldepasswort im Notfall per iCloud zurückzusetzen.

Die Aktivierung von FileVault geschieht auch in den Sicherheitseinstellungen. Nach einem Klick auf FileVault aktivieren (vorher wieder Bearbeitung über das Schoss aktivieren) und einem Neustart ist die Verschlüsselung aktiv.

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Dein Mac beginnt jetzt damit, deine Festplatte im Hintergrund zu verschlüsseln, was einige Zeit dauern kann. In den Einstellungen siehst du den Fortschritt der Verschlüsselung. Alle neuen Dateien verschlüsselt macOS automatisch beim Erstellen.

Nach dem Neustart ist es nicht mehr möglich, dich automatisch am Mac anzumelden. Die Passwort-Eingabe ist ab jetzt Pflicht.

3. Regelmäßiges Backup

Diebstahl, eine kaputte Festplatte, versehentlich gelöschte Dateien – Gründe für den Datenverlust gibt es viele. Umso wichtiger, dass du deine Daten regelmäßig sicherst und sie so im Notfall wiederherstellen kannst.

Kinderleicht und automatisch geht die Sicherung mit der Time Machine. Wie du die Time Machine einrichtest und verwendest, siehst du in diesem Beitrag.

Wichtige Inhalte solltest du am besten doppelt sichern. Dafür bietet sich ein zusätzliches Backup in der Cloud an. Eine Möglichkeit: Du legst einen neuen Ordner bei iCloud Drive mit deinen wichtigsten Dokumenten und Dateien an.

Auch andere Clouddienste wie Dropbox oder Google Drive bieten sich zum Backup an. Ein weitere Vorteil: Du kannst auch von anderen Geräten schnell und einfach auf diese Daten zugreifen.

4. Der Gatekeeper

Ein Grund für die hohe Sicherheit am Mac ist Apples strenger Türsteher, der sogenannte Gatekeeper. Er verhindert die Installation von potenziell schädlichen Tools und Programmen.

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, installierst du nur Programme aus dem App Store. Apple überprüft alle dort verfügbaren Anwendungen streng und entfernt sie bei Problemen sofort aus dem Store.

Das Verhalten des Gatekeepers steuerst du in den Sicherheitseinstellungen unter Allgemein.

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In der strengsten Stufe lässt der Gatekeeper nur Anwendungen aus dem App Store ausführen. Willst du auch Software außerhalb des App Stores installieren, wählst du am besten die zweite Option. Die Entwickler des Programms müssen dann bei Apple verifiziert sein.

Seit macOS Sierra fällt die dritte Option „Keine Einschränkungen“ weg. Nur per Rechtsklick auf das Programm und „Öffnen“ ist es möglich, nicht verifizierte Anwendungen zu starten. Anschließend öffnet sich eine Warnmeldung, die du bestätigen musst.

Ich empfehle dir, hier sehr vorsichtig zu sein, häufig hat es einen Grund, warum der Programmentwickler nicht verifiziert ist.

5. Regelmäßige Updates

Trotz sorgfältiger Programmierung und vielen Sicherheitstest gibt es sowohl im Betriebssystem als auch in Programmen immer wieder Sicherheitslücken, die Türen für mögliche Angreifer öffnen. Diese Lücken werden von Apple beziehungsweise den Softwareherstellern meistens sehr schnell geschlossen.

Um die neue verbesserte Version zu verwenden, ist ein Update nötig. Die Aktualisierung von Systemprogrammen, vom Betriebssystem und von Apps aus dem App Store führst du direkt im App Store unter dem Reiter Updates durch.

Eine kleine rote Zahl über deinem App Store-Icon im Dock signalisiert die Anzahl der verfügbaren Updates.

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In den Einstellungen zum App Store kannst du festlegen, dass dein Mac Updates automatisch herunterlädt und installiert. Das ist nicht nur bequemer, sondern behebt außerdem Schwachstellen so schnell wie möglich.

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Setze hier am besten alle Häkchen und die Updates führen sich vollautomatisch durch. Bei Updates des Betriebssystems oder von Systemdateien ist teilweise ein Neustart erforderlich.

Damit dich der Neustart nicht kalt erwischt und deine Arbeit ungesichert verloren geht, weist dich das System vorher darauf hin und du kannst das Rebooten verschieben.


Mit diesen fünf Sicherheitseinstellungen legst du die Grundlage für ein sicheres Arbeiten an deinem Mac. Maßnahmen wie die Installation einer Antiviren-Software, das Arbeiten mit einem eingeschränkten Benutzerkonto oder die Nutzung einer VPN-Software erhöhen die Sicherheit noch weiter, sind jedoch nicht Pflicht.

 

Wie stellst du sicher, dass dein Mac vor Angreifern und Schädlingen geschützt ist? Ich freue mich über deinen Kommentar 🙂

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