Sichere Passwörter sind essenziell für deine Sicherheit im Internet. In diesem Beitrag erkläre ich dir, wie sichere Passwörter aussehen und mit welchen Tricks du dir diese einfach merken kannst.
 

 
Das Amazon-Konto, der Netflix Account, der E-Mail Log-In oder der Zugang zum Online Banking – bei jedem dieser Dienst identifizierst du dich mit einem Passwort. Passwörter sind deine virtuellen Schlüssel, mit denen du dir Zugang verschaffst und verhinderst, dass Fremde deinen Account benutzen.
 
Genauso wenig wie du willst, dass Fremde einfach in dein Haus spazieren, willst du Fremde auch nicht ungebeten in deine Online-Accounts lassen.
 
Die Sicherheit deiner Accounts steht und fällt mit deinen Passwörtern. Wenn du ein kurzes oder unsicheres Passwort wählst, ist es genauso, wie wenn du deine Haustüre offen stehen lässt oder nur ein ganz altes Schloss eingebaut hast.
 
Die meisten Internetnutzer wissen, dass sichere Passwörter wichtig sind. Ich bin mir sicher, du hörst das auch immer wieder.
 

sicheres_passwort

Sei nicht zu bequem für gute Passwörter!

 
Aber trotzdem verwenden viele aus Bequemlichkeit einfach zu knackende Kennwörter. Es ist ein bisschen wie mit dem Sport. Jeder weiß, dass Bewegung ein wichtiger Bestandteil der Gesundheit ist.  Die magnetische Anziehungskraft der Couch ist aber immer wieder größer als die Motivation, noch eine Runde zu joggen oder ins Fitnessstudio zu gehen.
 
Ich hatte fast zehn Jahre lang ein extrem unsicheres Kennwort für eBay, dass sich bei der ersten Registrierung verwendet habe. Aus Bequemlichkeit habe ich es nie geändert. Erst letztes Jahr habe ich es endlich in ein sicheres geändert.
 
„Warum sollte jemand in meinen Account wollen? Es gibt doch viele andere, bei denen mehr zu holen ist.“  So oder so ähnlich hast du vielleicht auch schon gedacht.
 
Es gibt aber immer wieder Angriffe, bei denen Hacker viele Zugänge auf einmal knacken.  Beispielsweise wurden im Herbst 2016 fast 70 Millionen Dropbox-Kennwörter gestohlen.
 
Die Gefahr bei solchen Attacken ist vor allem dann groß, wenn du die gleiche E-Mail-Adresse und das gleiche Kennwort auch bei anderen Diensten verwendest. Dann haben die Hacker nicht nur Zugriff auf dein Dropbox Konto, sondern können sich vielleicht auch in deinen Amazon Account oder in dein Mailkonto einloggen.
 
Es gibt zwei große Fahrlässigkeiten bei Passwörtern:
 
  1.  Unsichere Passwörter verwenden
  2.  Ein Passwort mehrfach verwenden
 

Wie ist ein sicheres Passwort aufgebaut?

 
Immer wieder werden  Listen mit den beliebtesten Passwörtern veröffentlicht. Auf den vorderen Plätzen sind Kennwörter wie „1234“, „Passwort“ oder „hallo“ zu finden. Das sind auch die ersten Passwörter, die Hacker ausprobieren.
 
Beachte bei deinen Passwörtern folgende Richtlinien:
 

1. Lang genug

Das Passwort muss lang genug sein. Je kürzer dein Kennwort ist, desto einfacher ist es zu knacken. Angreifer verwenden häufig automatische Programme, die sämtliche mögliche Passwörter durchprobieren (sogenanntes „Brute Force“). Sie beginnen bei allen Passwörter der Länge 1, probieren dann alle Kennwörter mit zwei Stellen aus usw.
 
Je länger ein Kennwort ist, desto mehr Kombinationsmöglichkeiten gibt es. Bei Kennwörtern, die nur aus Kleinbuchstaben von a – z bestehen gibt es bei der Länge eins 26 Möglichkeiten. Die Anzahl der  Kombinationen steigt mit der Länge exponentiell an. Für Kennwörter mit zwei Stellen  gibt es 676 Varianten, bei fünf Buchstaben sind es schon über 11 Millionen.
 
Der Aufwand für Brute Force- Angriffe wird für längere Passwörter deutlich größer. 
Ich würde dir empfehlen, für deine Passwörter mindestens acht Zeichen zu verwenden. Je mehr, desto besser.
 

2. Nicht nur Kleinbuchstaben

Für einen sicheres Passwort reicht es nicht aus, eine lange Buchstaben-Folge zu verwenden. Füge zu deinem Passwort immer Groß- und Kleinbuchstaben,  Zahlen und Sonderzeichen hinzu.
 

3. Keine gängigen Wörter

Angreifer probieren teilweise nicht alle Kombinationsmöglichkeiten durch, sondern die wahrscheinlichsten. Dazu verwenden sie Tabellen mit Wörterbucheinträgen.
 
Das Passwort „Donaudampfschifffahrt12“ ist  zwar lang und hat Buchstaben und Zahlen, kann mit einer guten Wörterbuchliste aber schnell geknackt werden.
 
 
Am allerbesten sind zufällige Kombinationen aus Groß- und Kleinbuchstaben,  Zahlen und Sonderzeichen.
 
Im Internet gibt es Seiten, wo du dir sichere Passwörter generieren lassen kannst.  Ein Beispiel ist  Passwort-generator.com.
 
Sichere und zufällige Passwörter haben aber ein Problem: Sie sind richtig schwer zu merken.
 
Für sichere und einfach zu merkende Kennwörter denkst du dir am besten eine Eselsbrücke aus. Eine gute Methode sind Anfangsbuchstaben eines Satzes.
 
Aus „Mein kleiner grüner Kaktus steht draußen am Balkon“ wird dann MkgKsdaB. 
 
Das Passwort kannst du dann noch mit Zahlen und Sonderzeichen ergänzen.
 
Ein Beispiel ist:
4Mkg!KsdaB% 
 

Passwörter nicht mehrfach verwenden!

 
Egal wie sicher dein Passwort ist, du solltest für jeden Account ein anderes verwenden.  Wenn Angreifer irgendwie an dein Netflix-Kennwort kommen,  sind trotzdem alle deine anderen Zugänge sicher.
 
Das Problem dabei: Du musst dir nicht nur ein sicheres Passwort merken, sondern für jeden Account eins.
 
Wenn du nicht gerade ein Gedächtniskünstler bist,  würde ich dir einen einfachen Trick empfehlen: 
Ergänze dein sicheres Standard-Passwort einfach mit ein paar Informationen zur Seite.
 
Beispielsweise kannst du den ersten und den letzten Buchstaben des Dienstes in dein Kennwort einbauen. Für das Netflix Kennwort ergänzt du zum Beispiel an der zweiten Stelle ein N und an der letzten Stelle ein X.
 
Das Beispiel von vorhin wird dann zu 4NMkg!KsdaB%X
 
Ein solches System für Passwörter habe ich früher verwendet. Nach einer Zeit bin ich aber auf ein Problem gestoßen: einige Webseiten lassen dich das Kennwort nicht frei wählen, sondern erlauben nur bestimmte Zeichen. Ich hatte Sonderzeichen in meinem Passwort, die bei bestimmten Diensten nicht erlaubt waren. Dann habe ich mir wieder ein neues Kennwort ausgedacht und schon war das mit dem einfachen Merken nicht mehr ganz so leicht.
 
Irgendwann habe ich dann damit angefangen, einen Passwortmanager zu verwenden. Ein Passwortmanager speichert deine Zugangsdaten. Du musst dir nur noch ein Kennwort merken, mit dem du dann Zugriff auf alle im Programm gespeicherten Passwörter hast. Das Masterpasswort muss dann natürlich wirklich sicher sein.
 
Mein Lieblingsprogramm am Mac ist 1Password.
 
1password_fuer_mac-1
Die App ist nicht ganz billig und kostet rund 60 €. Dann kannst du aber wirklich beruhigt sein und brauchst keine Angst mehr vor vergessenen oder unsicheren Passwörtern mehr haben. Mehr zu 1Password findest du hier.
 

Fazit:  

Sichere Passwörter sind im Internet unverzichtbar. Mithilfe von Eselsbrücken kannst du dir sichere Kennwörter generieren, die auch gut zu merken sind. Verwende unbedingt für jeden Dienst ein eigenes Kennwort. 
Für eine optimale Sicherheit bei den Passwörtern empfehle ich dir einen Passwortmanager wie 1Password.
 

Shownotes zum Podcast:

Passwort-generator.com

1Password für mac

 

macmeister_podcast

macmeister_bewerten

Dir hat dieser Beitrag gefallen?

Abonniere den Macmeister-Newsletter und erhalte gratis Tipps, Tricks und wertvolle Bonus-Inhalte!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü